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25. Open-Air-Filmnächte Jubiläumsveranstaltung


Zum 25-jährigen Jubiläum der Nauheimer Filmnächte kommentiert der Kabarettist und SWR-Moderator Christian Döring am Freitag, den 15. Juli auf humorvolle Weise das Überleben in Nauheim im Wandel der Zeit. Bleibt ein Kaff ein Kaff? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage, erfahren wir im Sportpark Nauheim wissenswertes und unterhaltsames über Christian Döring und sein Nauheim.

Eine Kindheit in Nauheim. Kindergarten, Grundschule und Flucht vor dem Feldschütz. Erste Freundin mit sieben, erster Ring aus dem Kaugummi-Automaten, erste Kreuzfahrt aufm Schwarzbach. Ein Leben mit damals noch zwei Bahnübergängen, keinem einzigen Kreisel und einem Bonanza-Rad. Königstädten war noch beruhigend weit weg und Südumfliegung noch ein Fremdwort. Fastnacht beim Ruhland und Tanzkurs beim Hintertür. Das alles machte stark für den Weg in die Welt, sprich: nach Groß-Gerau, zum Kauf der ersten Jeans bei Patricks Corner! Nauheim als mein erster Nabel der Welt - und warum zum Nabel immer auch ein wenig Bauchweh gehört: das erfährt man an diesem Abend um 21.00 Uhr!

Nach Christian Döring zeigen wir bei Einbruch der Dunkelheit den Dokumentarfilm Überleben in Nauheim von Paul-Rainer Wicke und Götz Penner aus dem Jahr 2005. Die beiden Regisseure erkunden in dem Film das Heimatgefühl eines Vorortes am Rande der großen weiten Welt, der Großstadt Frankfurt mit ihrem Flughafen.




Nauheim: Reihenhäuser mit abgeschotteten Eingängen, Neubausiedlungen mit leeren Straßen, ein Schlafplatz für 10.000 Bewohner im Herzen der Metropolregion Rhein-Main. Ein gesichtsloser Ort ohne Anfang und Ende? Nauheim steht als Synonym für Vororte, wie sie überall am Rande von Metropolen vorkommen. Und er zeigt gleichzeitig ein Phänomen, das viele Orte kennen, die im Speckgürtel von Großstädten liegen: Nirgendwo geht ein so hohes Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner mit einer so großen Verödung der örtlichen Infrastruktur einher.

Nauheim, so scheint es, swingt um eine leere Mitte: Eine Baubrache als Ortszentrum? Uniforme Reihenhausstraßen, leere Plätze mit Waschbetonkübeln und eine Geräuschkulisse aus Fluglärm und Blaskapellen verleiten den Ortsunkundigen zu der Frage: "Überleben in Nauheim?"


Sechs Nauheimer und ihre individuellen Strategien für das "Überleben in Nauheim" geben Antworten. Gestrandet sind hier irgendwann der Geigenbogenbauer, der Bürgermeister, der Pizzabäcker, die Stadtplanerin, die Landwirtin und der Kinobesitzer. Sie sind auf der Suche nach einem Bezug zu einem Ort ohne Identität.

Die meisten ihrer Nachbarn arbeiten tagsüber auswärts und ziehen sich abends im Wohngebiet zurück. Einige der sechs Protagonisten bemühen sich, den Ort zu gestalten, andere arrangieren sich irgendwie mit der Beliebigkeit, aber alle erklären sie Nauheim zu ihrer Heimat. Und davon erzählt der Film.

"Überleben in Nauheim" öffnet Augen und Ohren. Und wer entdeckt da nicht, dass wir Nauheim unter anderem Namen bereits kennen – und fragt sich, so viel Ehrlichkeit muss sein, ob es woanders wirklich besser ist?


Deutschland 2005

Regie: Götz Penner, Paul-Rainer Wicke

Kamera: Götz Penner

Ton: Jens Ludwig

Musik: Musikverein 1950 Nauheim

Farbe / 83 Min.


VERANSTALTUNGSINFORMATIONEN

Wir empfehlen pünktlich zur Veranstaltung zu erscheinen, da die Sitzplätze auf der Tribüne im Sportpark Nauheim begrenzt sind. Der Einlass am 15. Juli 2016 ist um 20.30 Uhr. Wer es schön kuschelig auf den Tribünenplätzen haben möchte, sollte sich Kissen und Decken mitbringen. Für alle durstigen Besucher gibt es am Veranstaltungsabend Getränke und Süßes zu fairen Preisen.


Das POP-UP-KINO ist ein offenes Kulturangebot der Jugendförderung Nauheim mit Unterstützung des Kinder- und Jugendparlaments und der Kulturförderung Nauheim. Der Eintritt ist deshalb für alle Besucher frei!

Sollte es am Abend oder in der Nacht regnen oder stürmen, wird die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Wir werden das kurzfristig hier bekanntgeben.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

 

Tipp

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